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187. Gemeindebrief zum 18.02.2024 - Erster Fastensonntag

Einführung

„In der Kürze liegt die Würze!“
Das war die Überschrift eines wirklich sehr kurz geratenen Team-Referats zweier Mitschüler. Sie wollten damit wahrscheinlich auf lustige Weise rechtfertigen, warum ihre Hausarbeit so überschaubar ausgefallen war. Und unseren Deutschlehrer milde stimmen, damit sie trotz ihres mageren Ergebnisses nicht zu schlecht benotet werden.

Auch das heutige Evangelium ist sehr kurz. Aber es hat es in sich!

Ralph Bergande

Mail: pgr@dormagennord.de

1. Lesung: Gen 9, 8 – 15

Lesung aus dem Buch Génesis

Gott sprach zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:

Ich bin es.

Siehe, ich richte meinen Bund auf mit euch und mit euren Nachkommen nach euch und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Wildtieren der Erde bei euch, mit allen, die aus der Arche gekommen sind, mit allen Wildtieren der Erde überhaupt.

Ich richte meinen Bund mit euch auf:

Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.

Und Gott sprach:

Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen:

Meinen Bogen setze ich in die Wolken;

er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen mir und der Erde.

Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch verdirbt.

2. Lesung: 1 Petr 3, 18 – 22

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus

Schwestern und Brüder!

Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott hinführe, nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet, aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.

In ihm ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt. Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.

Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet.

Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi, der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes und Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.

Evangelium: Mk 1, 12 – 15

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste.
Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes und sprach:
Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Gedanken zum Evangelium

Das heutige Evangelium ist nicht lang: Nur vier beschreibende Sätze und dann zwei Aussagen Jesu. Der letzte Satz hat es mir dabei besonders angetan. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Vielleicht ist er uns ja noch frisch im Ohr. Vom letzten Mittwoch, als uns das Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet wurde.

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Mein erster Gedanke galt der Erinnerung an ein Gespräch mit Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen und Teilnehmerin des Synodalen Wegs. Wir haben sie auf unserem Pilgerweg nach Rom vor knapp zwei Jahren kennengelernt. Es ging unter anderem auch darum, wie wenig doch viele Regeln in der katholischen Kirche mit dem zu tun haben, was Jesus damals gesagt hat. Und deshalb nun mein erster Gedanke: Von dieser Aufforderung Jesu müssten sich doch auch die Hüter unserer Glaubensregeln in Rom angesprochen fühlen!

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Tja, aber was heißt das denn konkret? Für mich selbst, für meinen Alltag, für mein Leben? Meine Überzeugung, Kern meines Glaubens ist: Die frohe Botschaft ist die Botschaft der Liebe. Die Botschaft der Mitmenschlichkeit, Menschenfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit, Empathie... Und die Botschaft, dass Gott uns liebt. Dass wir darauf vertrauen können, dass wir nicht tiefer fallen können als in seine rettende Hand.

Nun mögen Sie vielleicht denken, dass das ja altbekannt ist. Stimmt!  Aber wenn ich mich selbst oder auch andere anschaue, sehe ich da eine ganze Reihe konkurrierender Lebensziele. In denen es doch eher um die eigene Person geht: Selbstverwirklichung und -optimierung stehen hoch im Kurs, sind gesellschaftlich anerkannt. Egal ob im Beruf, in Beziehungen, im Sport, in der Freizeit. Und bis zu einem gewissen Grad ist das vielleicht auch nicht verkehrt. Schließlich hat Jesus ja auch gesagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“ (z.B. Markus 12, 31) und „ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Johannes 10, 10). Das Leben soll also Freude machen! Aber eben nicht nur mir, sondern auch allen anderen. Eine einseitige Fokussierung nur auf mich selbst führt schnell zu Nachteilen für andere, oft schwächere Menschen. Zu Schädigungen von Natur und Umwelt. Zu Ungerechtigkeiten und Leid, und im großen Maßstab auch zu Krieg oder zur Begünstigung von Wetterkatastrophen.

Da ist es meiner Meinung nach schon wichtig, ja lebensnotwendig, wenn Jesus uns immer wieder zurückholt, nicht nur in der Fastenzeit. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Was wirklich zählt, ist eine Haltung der Liebe. Nur die Liebe gewinnt.

Handlungsvorschläge zu einem Leben aus Liebe finden Sie in dem kurzen Beitrag aus Kirche im WDR 2 vom 6.2.24 von Nicole Richter, Fachbereichsleiterin am Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, Schwerte

https://www.kirche-im-wdr.de/startseite?tx_krrprogram_pi1%5Bformatstation%5D=2&tx_krrprogram_pi1%5Bprogramuid%5D=97533&cHash=0b66b6b331ac1f3a8160da7a3345d4e0

Fürbitten

Die folgenden Fürbitten enthalten eine Auswahl der im Fastelovendsgottesdienst am 5. Februar diesen Jahres in St. Agnes in Köln vorgetragenen Bitten der Gottestdienstteilnehmenden.

Guter Gott! Die Liebe gewinnt. Dazu bekennen wir uns.
Wir merken das, wenn wir die Liebe weitertragen.
Lass uns das versuchen…jeden Tag!

Ich bitte für all die jungen Menschen, die eine psychische Erkrankung haben, die das Glück und das Schöne dieser Welt verloren haben.

Bitte betet für die Obdachlosen, die oft sehr einsam sind.

Ich bitte für alle, die gerade für unsere Demokratie auf die Straße gehen, dass sie erleben, dass Haltung zeigen und demonstrieren zum Ziel führt.

Wir beten für alle Kinder, die kein liebevolles Zuhause haben, die von Krankheit und Krieg bedroht sind. Gib ihnen Kraft und Mut diese schwierige Situation zu überstehen.

Für alle, die in diesem Moment in Schützengräben zittern...

Ich bete für alle Menschen, die einen Menschen verloren haben. Mögen sie viel Trost und Zuversicht erfahren.

Guter Gott, diese und alle Bitten, die die Menschen in ihrem Herzen mit in die Kirche gebracht haben, legen wir vor Dir hin. Gib uns die Kraft und den Mut, Deine Liebe zu verschenken. Jeden Tag.
Und lass uns heute damit anfangen.
Darum bitten wir, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Meditation

Komm, mach den Fernseher aus

Und rutsch was näher zu mir

Der ganze Wahnsinn bleibt heut

Vor unsrer Tür

Auch wenn es hoffnungslos scheint

Und die ganze Welt weint

Du hältst zu mir

Und wir beten dafür

 

Dass ‘n Wunder passiert

Und wir endlich kapier’n

Dass wir alle gleich sind

Und nur die Liebe gewinnt

 

Wir werden frei sein

Wenn wir uns lieben

Es wird vorbei sein

Mit all den Kriegen

Wir sind Brüder, wir sind Schwestern

Ganz egal, wo wir sind

Glaub mir, die Liebe gewinnt

 

Was du mir sagen willst

Komm, sag’s mir ins Gesicht

All der Hass und die Lügen im Netz

Die interessieren mich nicht

Wir zwei, wir sind echt

Wir sind wirklich und hier

Komm, fass mich mal an

Und dann schwöre ich dir

 

Dass ‘n Wunder passiert

Und wir endlich kapier’n

Dass wir alle gleich sind

Und nur die Liebe gewinnt

 

Wir werden frei sein

Wenn wir uns lieben

Es wird vorbei sein

Mit all den Kriegen

Wir sind Brüder, wir sind Schwestern

Ganz egal, wo wir sind

Glaub mir, die Liebe gewinnt

 

Lass sie alle reden

Die Hoffnung macht uns stark

All das Morden und das Sterben

Doch es kommt der Tag

An dem die Kriege aufhör’n

Das macht doch alles keinen Sinn

Weil wir alle Kinder

Derselben Mutter sind

 

Wir werden frei sein

Wenn wir uns lieben

Es wird vorbei sein

Mit all den Kriegen

Wir sind Brüder, wir sind Schwestern

Ganz egal, wo wir sind

Glaub mir, die Liebe gewinnt

 

Quelle: Liebe gewinnt, Brings

16.02.2024

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