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Gemeindebrief zum 07.02.2021

Einführung

Unserem Alltag eine Struktur geben,
davon ist sehr oft in der Coronazeit die Rede.

Die Zeit des Alltags für unterschiedliche Aufgaben teilen zu können, ist die Kunst in der Coronazeit. Weil die gewohnten Strukturen nicht mehr möglich sind, ist für viele der Alltag eine Herausforderung.
Sportübungen ohne eine Begleitung regelmäßig zu tun, ist nicht leicht.

Im heutigen Evangelium lesen wir, dass Jesus auch Zeitprobleme hatte und versuchte, bewusst Zeit für die Stille und das Gebet zu finden.
Wir dürfen in all unseren Verwirrungen und Trostlosigkeiten wissen, dass es da eine Quelle gibt, wo wir zur Ruhe kommen und uns stärken können.

Ihr Pater Jaison

Tel. 02133 238670
Mail: pater.jaison@dormagen-nord.de

1. LESUNG AUS DEM BUCH Ijob 7,1–4.6–7

Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde?
Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?

Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet. So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.

Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn?

Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist! Nie mehr schaut mein Auge Glück.

2. LESUNG AUS DEM 1 Kor 9,16–19.22–23

Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.

Was ist nun mein Lohn?

Dass ich unentgeltlich verkünde und so das Evangelium bringe und keinen Gebrauch von meinem Anrecht aus dem Evangelium mache.
Obwohl ich also von niemandem abhängig bin, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen.
Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.

AUS DEM HL. EVANGELIUM NACH MARKUS 1,29 39

Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.
Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.

Der Rückzug Jesu, die Suche der Jünger und der Aufbruch
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Predigt

Warum, warum?

Fragen sind in der Pandemiezeit nichts Neues.
Es wurde von Anfang an gesagt es werden Wellen kommen.
Die Rede war von der 2. Welle und weiteren
(veränderte und sich stark verbreitende Form des Virus).

Wer soll das alles verstehen.
Wellen kennen wir vom Meer.

Die Sprache ist manchmal schwer zu verstehen, jedenfalls die Sprache der Virologen.
Die Realität des Lock-Downs muss uns keiner erzählen und erklären.
Wir haben damit genug Erfahrung gemacht.

Eine weitere Frage in der Pandemiezeit ist: Wie soll ich den Tag strukturieren?
Das Problem ist, eine Ordnung, die wir sonst in unserem Alltag kennen, gibt es nicht mehr. Meistens hält sich die Familie tagsüber zum Essen, zum Arbeiten und um die Gemeinschaft zu gestalten im gleichen Zimmer auf. Hier fehlt für uns die gewohnte Trennung. Mittlerweile müssen die Familien schon seit einem Jahr so leben.
Viele können nicht mehr wie gewohnt ein perfektes Aussehen haben.
D. h. eine tolle Frisur haben und und..
Für viele gibt es keine Struktur für den Alltag.
Das ist für viele eine große Verunsicherung.

Warum, warum?
Das ist für uns eine alltägliche Frage. Warum bin ich auf dieser Welt?
Eine Frage, die viele Generation schon gestellt haben und die wir auch stellen und auch immer wieder gestellt werden wird.

„Warum bin ich auf der Welt?"
Menschen, die so fragen, fragen sich nach dem Sinn ihres Daseins.
Wenn wir uns fragen würden: Wozu bin ich auf der Welt?
Es ist eine Frage, die sich nur durch das Leben selbst beantworten lässt.
Die Antwort hierauf ist so bunt und so vielfältig, wie es die Menschen sind.
Denn jeder Mensch ist mit einer ganz einzigartigen Bestimmung auf die Welt gekommen.

Wozu bin ich auf der Welt?
Jedem und jeder von uns ist hierauf im Leben eine ganz eigene Antwort mitgegeben.
Ohne dass diese Frage explizit gestellt würde, gibt Jesus im heutigen Evangelium seine ganz eigene Antwort darauf:
- Unterwegs zu den Menschen sein,
- Nähe zeigen,
- heilen,
- Dämonen austreiben,
- predigen und beten,
dazu bin ich gekommen, sagt er am Ende des Evangeliums.

All das verwirklicht Jesus in seinem Leben. Er grübelt nicht über das Warum, sondern er lebt das Wozu und ist dabei im Reinen mit sich. Ganz anschaulich nimmt uns der Evangelist mit in das Leben Jesu, so dass wir zu Zeuginnen und Zeugen seiner einzigartigen Bestimmung werden können.
Wir hören im Evangelium von der Schwiegermutter des Petrus, sie ist krank und sie hat hohes Fieber. Das war damals eine Situation, die schnell hätte tödlich enden können.
In der Pandemiezeit ist Fieber keine Seltenheit.
Es wird wie jede Krankheit als eine Macht wahrgenommen, als etwas, das vom Menschen Besitz ergreift, etwas, das den Menschen im Leben behindert. Jesus hat die Frau vom Fieber befreit und sie dazu befähigt, ihre Bestimmung, ihre Antwort auf die Frage „Wozu bin ich auf der Welt?" wieder leben zu können.

Wem Jesus begegnet, die und der wird aufgerichtet, ermuntert zu neuem Leben!
Um seine Bestimmung leben zu können, muss Jesus sich immer wieder zurückziehen, an einen einsamen Ort zurückziehen und beten.
Aber beten ist nicht grübeln, es ist in Kontakt mit Gott gehen und Kraft schöpfen, um anschließend wieder gestärkt der eigenen Lebensaufgabe nachgehen zu können, sie erfüllen zu können.
Das heutige Evangelium macht Mut und Lust, das eigene Leben anzuschauen.
Fragen an das Leben zu stellen und Antworten darin zu finden.

Wozu bin ich auf der Welt?
Bei dem Versuch, darauf eine Lebensantwort zu geben, dürfen wir uns wie die Schwiegermutter des Petrus von Jesus begleitet und an die Hand genommen wissen.
Er möchte jede und jeden von uns frei machen, damit wir unsere ganz eigene Bestimmung finden und leben können.

Fürbitten

Jesus Christus ist gekommen um uns von der Macht des Bösen zu befreien.

Ihm lasst uns beten.

1-Wir beten für die Menschen, die die Frohbotschaft Jesu verkünden.
Lass die Verkündigung der frohen-Botschaft die Menschen aufrichten und ermuntern.
Heilender Jesus

2-Wir beten für die Menschen besonders in der Pandemiezzeit, die in den Medizinischen Berufen tätig sind. Lass sie erfahren und erleben, dass sie erwünscht sind und mit zufriedenem Herzen Menschen dienen können.

3-Wir beten für die Menschen in der Gesellschaft. Die Pandemiezeit hat den Alltag und das Leben alleine oder in den Familien zusammengewürfelt. Gib den Menschen die Sicherheit für ihren nicht strukturierten Alltag und Zufriedenheit in nicht erreichbaren Zielen im Leben.

4-Wir beten für die Menschen, die in ihrem Alltag Glauben einen Platz geben.
Lass Sie den Einklang mit Gott erfahren und ihre Besonderheit vertraut leben können.

5-Wir beten heute auch für unsere Verstorbenen. Wir denken auch an die weltweit hunderttausenden Coronatoten. Gott schenke ihnen das ewige Leben.

6-Lasst uns nun in Stille beten für jene Menschen, die uns besonders am Herzen liegen oder denen wir unser Gebet versprochen haben.

Herr Jesus Christus, du bist der Heiland der Welt.

Dir sei Dank und Ehre, jetzt und alle Tage unseres Lebens.

05.02.2021

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