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Gemeindebrief zum 06.06.2021

„Wer den Willen Gottes erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter!"

Einführung

Liebe Gemeinde!

Es ist gar nicht oftmals so einfach andere Menschen zu verstehen, was diesen oder jenen Menschen zu seinem Verhalten verleitet haben mag. Jesus zu verstehen scheint auch nicht allen gegeben zu sein, damals und auch heute.
Im Evangelium des 10. Sonntag im Jahreskreis B scheint es so, dass ihn sogar seine Familie und die Schriftgelehrten nicht verstehen. Aber diejenigen, die zu seinen Füßen sitzen und ihm zuhören, die scheinen zu verstehen, dass er gekommen ist den Willen Gottes uns zu offenbaren.
„Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter!" Dieses Wort sagt heute Jesus zu uns, die zu ihm kommen, seine Nähe suchen, wie damals die Menschen in Galiläa. Den Willen Gottes zu erfüllen, ist unsere tägliche Aufgabe: Gutes zu tun und das Böse zu meiden.
Ich wünsche mir sehr, dass wir zum Jesus kommen, seine Nähe suchen, damit wir Jesus gerade in dieser Zeit der Verwirrung verstehen können.
Ich wünsche Ihnen und Euch allen Gottes reichen Segen!

Ihr Kaplan Pater George Palimattam Poulose cmi
Tel.: 02133-977979
Mail: pater.palimattam@dormagen-nord.de

Kyrie

Herr Jesus Christus, wir sind hier, Dein Wort zu hören!
Herr, erbarme Dich!
Herr Jesus Christus, hilf uns zu verstehen, was wir heute hören!
Christus, erbarme Dich!
Herr Jesus Christus, bestärke uns im Vertrauen auf Dich!
Herr erbarme Dich!

Erbarme Dich unser, und entzünde in uns neu das Feuer der Liebe, den Geist des Glaubens, die Kraft der Hoffnung, denn Dir sind wir anvertraut in alle Ewigkeit.
Amen.

Erste Lesung Gen 3, 9–15

Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau,
zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen

Lesung aus dem Buch Génesis.

Nachdem Adam von der Frucht des Baumes gegessen hatte, rief Gott, der HERR nach ihm und sprach zu ihm: Wo bist du?
Er antwortete: Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.
Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen?
Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben. So habe ich gegessen.
Gott, der HERR, sprach zu der Frau: Was hast du getan?
Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt. So habe ich gegessen.
Da sprach Gott, der HERR, zur Schlange:
Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.

Antwortpsalm Ps 130 (129), 1–2.3–4.5–6.7–8 (Kv: 7bc)

Kv Beim Herrn ist die Huld, GL 518
bei ihm ist Erlösung in Fülle. – Kv

Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir: Mein Herr, höre doch meine Stimme! Lass deine Ohren achten auf mein Flehen um Gnade. – (Kv)

Würdest du, Herr, die Sünden beachten, mein Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, damit man in Ehrfurcht dir dient. – (Kv)

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf meinen Herrn / mehr als Wächter auf den Morgen, ja, mehr als Wächter auf den Morgen. – (Kv)

Israel, warte auf den Herrn, / denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle. Ja, er wird Israel erlösen aus all seinen Sünden. – (Kv)

ZUR 2. LESUNG

Das Zentrum des apostolischen Dienstes ist der Glaube. Weil er an Jesus, den Auferstandenen, glaubt, verbraucht der Apostel sein Leben im Dienst der Verkündigung. Sein Glaube ist Liebe zu Christus und Liebe zu den Menschen, denen er das Licht Christi bringen will. Und sein Glaube ist Hoffnung: Warten auf die Begegnung mit Christus und die Offenbarung seiner Herrlichkeit.

Zweite Lesung2 Kor 4, 13 – 5, 1

Wir glauben, darum reden wir
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben und darum reden wir.
Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird. Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen zur Verherrlichung Gottes.
Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare blicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

Ruf vor dem Evangelium Vers: vgl. Joh 12, 31b.32

Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja.

ZUM EVANGELIUM

Die Angehörigen Jesu verstehen ihn nicht mehr; sie halten ihn für krank.
Die Schriftgelehrten aus Jerusalem aber sagen, er sei vom Teufel besessen.
Ihnen sagt Jesus in verhüllter Rede, dass er mächtiger ist als der Widersacher.
Dann erklärt er, wer seine wahren Verwandten sind: nicht die „draußen", sondern die Freunde und Jünger an seinem Tisch. Sie hören sein Wort und halten ihm die Treue;
Jesus ist ihnen Freund und Bruder geworden.

Evangelium Mk 3, 20–35

Das Reich des Satans hat keinen Bestand
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
Er ist von Beélzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen:
Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.
Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm:
Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte:
Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Predigt

Schwestern und Brüder,

dieses Evangelium verstehen wir nur, wenn wir schauen, was vorher im Kapitel 3 bei Markus steht. Jesus heilt die verdorrte Hand eines Mannes. Damit verhilft er ihm zu neuem Leben. Das stört die Besserwisser seiner Zeit, denn Krankheit, Behinderung, Leid, war verdiente Strafe Gottes.
Dem widerspricht Jesus mit der Leidenschaft der Liebe Gottes zu allen seinen Menschenkindern, die wie eine Familie zusammenhalten sollen. Darum gründet er eine neue Familie, die sich ganz dem Willen Gottes verschreibt.
ER wählt die 12 Apostel aus. Mit ihnen will er in diese Welt die frohe Botschaft tragen, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt. Seine eigene Familie versteht das nicht, und ruft ihm zu, wie die Deutschen sagen: „Schuster, bleib bei Deinem Leisten!" Im Falle von Jesus heißt das: Bauhandwerker bist Du, bleib auch Bauhandwerker! Das bleibt auch Jesus, Bauhandwerker. Aber er baut ein neues Zuhause, zusammen mit den zwölf, die er auswählt. Jesus bleibt seinem Beruf treu, er ist und bleibt Bauhandwerker, indem er zusammen mit Ihnen und mir, ein neues Lebensbewusstsein begründet: Den Willen Gottes zu tun, in dem wir einander mit Würde behandeln und alles tun, damit durch uns Gutes geschieht, und möglichst wenig Sünde.
Nicht immer einfach, aber total sinnvoll, kraftvoll, ein liebenswertes Leben, das sich lohnt und glücklich macht. „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter!"

In diesem Sinne rufe ich Ihnen zu:
Herzlich willkommen in der Familie Jesu, des göttlichen Bauhandwerkers.
Bilden wir mit Jesus ein starkes Team!

Amen.

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Der Weg des Glaubens ist der Weg, auf dem Menschen Zutrauen lernen zu Gottes Geschenk wie zu der Herausforderung, die sich ihnen darin erschließt – und verbindlich wird.

Sie beginnen zu spüren, wie gut es für sie ist, sich diesem Geschenk anzuvertrauen und dem Versprechen zu glauben, das es ihnen macht.

Sie lernen die Güte des Willens zu ermessen,
der sie darin berührt und für sich gewinnen will.

Sie lernen verstehen, dass er nicht nur ihnen gilt, sondern ebenso den Anderen, zumal den in Not Geratenen. 

Und sie lernen, dass man die Güte dieses Willens nur ermessen, sie nur erahnen kann, wenn man an ihm teilnimmt – wenn man ihn leidenschaftlich mit-will.

Menschen, die sich diesen Weg in der Christus-Nachfolge von Gottes gutem Geist führen lassen, gewinnen Anteil an der schöpferischen Leidenschaft des Gottesgeistes und werden erlöst von ihrem geistlosen Un-Willen.

(Jürgen Werbick)

04.06.2021

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