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Gemeindebrief zum 22.08.2021

Liebe Gemeindemitglieder,

die Ferien sind vorüber, der Alltag hat uns wieder.
In den vergangenen Wochen haben uns so viele Sachen erschrecken können, insofern scheint es fast eine Erleichterung zu sein, wenn wir zum Alltag zurückkehren.
Die biblischen Lesungen aber geben uns aus verschiedenen Gründen keine Botschaft mit, dass es ohne alles Zutun wieder "gut" wird.

Gerade im Evangelium erfahren wir, dass wir uns entscheiden müssen und dem Taten folgen sollten.

Lassen wir uns darauf ein und geben wir ein lebendiges Zeugnis für diesen Glauben!

Herzlichst Ihr
B. Michael Offer, Diakon

Kontakt über das Pastoralbüro:
Mail st-pankratius@dormagen-nord.de

Kyrie und Tagesgebet

1. LESUNG: Jos.24,1-2a.15-17.18b.

Lesung aus dem Buch Jósua.

In jenen Tagen versammelte Jósua alle Stämme Israels in Sichem;
er rief die Ältesten Israels, seine Oberhäupter, Richter und Aufsichtsleute zusammen und sie traten vor Gott hin.

Jósua sagte zum ganzen Volk:
Wenn es euch nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute,
wem ihr dienen wollt:
den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stroms dienten,
oder den Göttern der Amoríter, in deren Land ihr wohnt.
Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.

Das Volk antwortete:
Das sei uns fern, dass wir den Herrn verlassen und anderen Göttern dienen.
Denn der Herr, unser Gott, war es, der uns und unsere Väter aus dem Sklavenhaus Ägypten herausgeführt hat und der vor unseren Augen alle die großen Wunder getan hat. Er hat uns beschützt auf dem ganzen Weg, den wir gegangen sind, und unter allen Völkern, durch deren Gebiet wir gezogen sind.

Auch wir wollen dem Herrn dienen; denn er ist unser Gott.

2. LESUNG: Eph.5,21-32

Lesung aus Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Éphesus.

Schwestern und Brüder!

Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Furcht Christi!
Ihr Frauen euren Männern wie dem Herrn;
denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist.
Er selbst ist der Retter des Leibes.
Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem den Männern unterordnen.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort!
So will er die Kirche herrlich vor sich hinstellen, ohne Flecken oder Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos.
Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib.
Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.
Keiner hat je seinen eigenen Leib gehasst, sondern er nährt und pflegt ihn, wie auch Christus die Kirche. Denn wir sind Glieder seines Leibes.

Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche.

EVANGELIUM-Joh. 6,60-69

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sagten viele seiner Jünger, die ihm zuhörten:
Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?

Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie:
Daran nehmt ihr Anstoß?
Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht,
dorthin, wo er vorher war?
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts.
Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben.

Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn ausliefern würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt:
Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.

Daraufhin zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm umher.
Da fragte Jesus die Zwölf:
Wollt auch ihr weggehen?

Simon Petrus antwortete ihm:
Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Predigt

Der Evangelist Johannes schließt heute seinen Bericht über die Speisung der Fünftausend mit der zugehörigen langen Brotrede ab. Dabei hören wir von der Spaltung unter den Jüngern. Sie „murrten" über die Worte Jesu. „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?" Sie empfinden seine Rede als „hart".
Sie stoßen sich vor allem an den Aussagen Jesu über die Eucharistie.
„Ich bin das Brot des Lebens".
Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben! Sie sind verunsichert, weil Jesus sagt, er sei vom Himmel herabgestiegen. Sie finden unerträglich, dass er sich als jemanden ausgibt, der unmittelbar von Gott kommt. Dies ist ja mehr als ein Prophet!

In Galiläa hat Jesus am Anfang seines Auftretens einen Frühling erlebt.
Aber jetzt spitzt sich eine Krise gegen ihn zu. Es greift eine Spaltung unter den Jüngern um sich. Viele sind mit ihm an eine Grenze gelangt, wo es nicht weitergeht.
„Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher."

Johannes schreibt auch für uns. Die Rede von Gott und Jesus Christus ist für viele brauchbar, aber wenn es um das volle Vertrauen in den aus Liebe schwachen Jesus am Kreuz und um seine Auferstehung geht, verstummen sie. Sie verstehen nicht, es ist zu wenig, sie wollen sich absichern.

Für Jesus ist es das Verhältnis zu den Zwölf wichtig.
Er spricht die Apostel offen an und konfrontiert sie hart mit einer letzten Entscheidung: Jesus fragte die Zwölf: „Wollt auch ihr weggehen?"
Jesus fordert sie zu einer Stellungnahme heraus. Es kann auf die Dauer an diesem wichtigen Punkt nicht um bloße Mitläufer gehen. Man kann Jesus nicht folgen, ohne konsequent ihm zu vertrauen. Petrus gibt wieder für alle die entscheidende Antwort.

Er allein spricht, aber er tut es für alle: „Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens". Petrus nimmt das Jesuswort genau auf. „Du hast Worte des ewigen Lebens." Es gibt heute viele Heilsangebote. Sie können oft leicht die Herzen der Menschen gewinnen und versprechen ihnen auch vieles, was sie suchen. Aber Worte und Hilfen, die sich ein ganzes Leben hindurch bewähren, auch in verzweifelter Situation, hat nur Jesus. Wenn es auf Biegen und Brechen ankommt, wenn der Grund und Boden unseres Lebens wankt, wenn wir in tiefe Schuld geraten, in Krankheit und in Not. Und auch im Sterben, da wankt das Wort Jesu nicht. Es hält in jeder Anfechtung Stand. Da kommt der Glaube zur Erfüllung.

Petrus erfasst mit einem Wort, warum wir glauben. Nur Jesu Worte führen wirksam zum Ziel. Er gibt die kürzeste Formel für unsere Entscheidung. Wir dürfen sinngemäß deshalb auch übersetzen: „Du allein hast Worte des ewigen Lebens". Johannes fährt fort: „Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes." Wir glauben nicht blindlings.
Es geht um die Überzeugung von innen her, die Verwurzelung des Glaubens in Vernunft und im Herzen. „Du bist der Heilige Gottes". Damit ist Jesus als der angesprochen, der zu Gott gehört und von ihm herkommt. Jesus ist der Heilige Gottes, gleichbedeutend mit den Bezeichnungen Messias und Sohn Gottes.

Wir müssen zu einem solchen Glauben wieder neu aufbrechen und umkehren. wir erbitten vom Vater die Gnade, dass wir die falschen Sicherheiten abgeben! Lassen wir uns durch den Geist verwandeln! Darum spricht Jesus diese Worte zu den Jüngern: „Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts, die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben." Diesen neuen Geist will Gott uns geben. Er will uns seine Nähe schenken. Es ist damit aber noch nicht alles ausgeräumt. Auch die Zwölf sind, obgleich sie so nahe bei Jesus sind und auch Petrus so überzeugende Worte findet, gefährdet. Es gibt keine letzte Heilssicherheit rein menschlich gesehen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du Haupt deiner Kirche.
Du schenkst Leben und du bist die Liebe.
Wir bitten dich:

Stärke die Liebe aller Eheleute zueinander
und lass sie miteinander und aneinander wachsen und reifen.

Erneuere die Herzen aller, die sich vom Glauben abgewendet haben,
weil deine Worte sie überforderten.

Lass deine Kirche zu einer glaubwürdigen Zeugin deiner gelebten Liebe werden.

Lass Achtung und Wohlwollen gegenüber Andersdenken immer größer werden.

Steh den jungen Menschen bei, die nach ihrem Lebenssinn fragen.

Erbarme dich unserer verstorbenen Schwestern und Brüder.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,
in alle Ewigkeit. - Amen.

Meditation

Gott allein kann Leben schenken
aber du und ich können es achten und schützen.

Gott allein kann Glauben schenken
aber du und ich können Zeugnis geben.

Gott allein kann Hoffnung wecken
aber du und ich können den anderen Vertrauen zeigen.

Gott allein kann die Freude schenken
aber du und ich können ein Lächeln weitergeben.

Gott allein ist das Unmögliche
aber du und ich können das Mögliche tun.

Gott allein würde sich selbst genügen
aber er hat es vorgezogen auf dich und mich zu zählen.
(Helene Renner)

19.08.2021

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