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100. Gemeindebrief zum 24.04.2022

EINFÜHRUNG - 2. OSTERSONNTAG (C)

Weißer Sonntag:
Wir fühlen uns als Gemeinde Jesu, verbunden mit allen Kommunionkindern,
die zum ersten Mal zum Tisch des Herrn kommen.

Sonntag der Barmherzigkeit:
Wir freuen uns an unserem Glauben an den barmherzigen Gott.

2. Sonntag in der Osterzeit:
Im Evangelium steht der nur scheinbar ungläubige Thomas.
Er steht für viele Menschen, die mit ihren Zweifeln und Fragen Jesus Christus, dem Auferstandenen begegnen. Jesus kennt die Schwierigkeiten auf dem Weg, ihm zu folgen. Er streckt uns immer wieder neu seine Hand entgegen;
sie ist zum Greifen nah.
So kann echter Glaube wachsen.

Ihr Pater Jaison

Tel. 02133-238670
Mail: pater.jaison@dormagen-nord.de

1. LESUNG: APG 5,12–16

Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk.
Alle kamen einmütig in der Halle Salomos zusammen.
Von den Übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch. Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn geführt, Scharen von Männern und Frauen. Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel. Auch aus den Städten rings um Jerusalem strömten die Leute zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte mit. Und alle wurden geheilt.

2. LESUNG: OFFB 1,9–11A,12–13.17–19

Ich, Johannes, euer Bruder und Gefährte in der Bedrängnis, in der Königsherrschaft und im standhaften Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus. Am Tag des Herrn wurde ich vom Geist ergriffen und hörte hinter mir eine Stimme, laut wie eine Posaune.
Sie sprach:
Schreib das, was du siehst, in ein Buch und schick es an die sieben Gemeinden
Da wandte ich mich um, weil ich die Stimme erblicken wollte, die zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen gleich einem Menschensohn; er war bekleidet mit einem Gewand bis auf die Füße und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold.
Als ich ihn sah, fiel ich wie tot vor seinen Füßen nieder.
Er aber legte seine rechte Hand auf mich und sagte:
Fürchte dich nicht!
Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.
Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.
Schreib auf, was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird.

EVANGELIUM: JOH 20,19–31

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen:
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen:
Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen.
Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte:
Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sagte zu ihm:
Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm:
Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Gedanken

Schwestern und Brüder!

Zwei Fragen stellt mir dieses Evangelium:
Wie schaffe ich es mit meinen Wunden zu leben?
Wie finde ich Frieden?

Ich stelle fest: Zu Jesus Christus, dem Auferstandenen, gehören elementar seine Wunden! Die Wunden des Kreuzes, gehören zur Identität des Auferstandenen.
Was sagt das Ihnen, was sagt das mir?
Kein Leben ohne Kreuz!
Kein Mensch ohne Wunden!
Keine Biographie ohne Dunkel und Schatten!

Aber wieviel Energie verbrauchen wir, um Wunden zu verbergen, um Dunkel und Schatten nicht nach außen dringen zu lassen! Kreuze alleine zu tragen.
Jesus macht es anders.
Der Auferstandene bekennt sich zu seiner Lebensgeschichte, zu seiner Biographie auf Erden. Seine Leidensgeschichte ist die eigentliche Botschaft der Evangelien!

Jesus bekennt sich dazu, dass er einer von denen war, die schändlich endeten am Kreuz, deren Leben misslungen ist, in den Augen dieser Welt!

Jesus zeigt als Auferstandener, dass er zu dem steht, was er bei der Fußwaschung bekannte: Ich mache mich zum letzten in dieser Welt, damit ihr Menschen kapiert, was das Größte in dieser Welt ist: Zu seinem eigenen Leben zu stehen! Zu meinem Dunkel und Schatten, meinen Wunden und Kreuzen.

Mit Erfolgen kann jeder glänzen, das ist nicht schwer. Aber mit meinen Niederlagen, meinen Enttäuschungen, meinen misslungenen Versuchen, fertig zu werden, damit leben zu lernen, das ist „sehr" schwer.

Aber dieses „sehr" schwer, erlöst Jesus Christus, indem er als Auferstandener zu seiner Geschichte steht: Ein Gekreuzigter, ein Schwerverbrecher, ein Geschmähter auf Erden gewesen zu sein.

Das alles zusammengefasst in einem Satz:
Der Gekreuzigte ist der Auferstandene!
Das lehrt uns heute das Evangelium.
Es zeigt uns, wie wir Frieden finden können. Indem wir es machen, wie Jesus.
Er steht dazu, in den Augen dieser Welt ein Gescheiterter zu sein.

Aber unser Gott ist stärker!
Er gibt seinen Jüngern den Frieden zurück, indem er kein Wort des Vorwurfes ihnen sagt. Zu denen, die so bitterlich versagt haben, als er sie so bitter gebraucht hätte. Mit dem Zeigen seiner Wunden, vergibt der Herr seinen Jüngern die Wunden, die sie ihm geschlagen haben, durch ihre Untreue und ihren Verrat.

Er gibt ihnen im Zeigen seiner Wunden die Kraft, zu ihren eigenen Schatten und Dunkel, ihrem Versagen und Kreuz zu stehen. Sosehr zu stehen, dass sie dazu stehen, dass sie aufgeschrieben werden in vier Evangelien und bis heute im Gedächtnis der Menschen bleiben.
Was blamabel klingt, wird zur Geschichte der Erlösung:
Wir brauchen uns für unsere Biographie, unser Leben nicht zu schämen.
Jesus macht es uns vor!
Die Jünger machen es uns vor, indem sie zur Frohen Botschaft das werden lassen, was eigentlich ihnen peinlich sein müsste.

Schwestern und Brüder!
Das ist das Frohe, das Tröstende, an der Botschaft der Bibel.
Du brauchst dich für das Dunkel in deinem Leben nicht zu schämen. Schämen musst Du Dich, wenn du nicht das Vertrauen hast, dass Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene, auch mit Deiner Geschichte fertig wird, sie erlösen kann!
Damit Sie und ich jeden Tag froh und befreit wie Thomas bekennen:
„Mein Herr und mein Gott!"
Diesem Gott, der in Jesus Christus das alles auf sich nimmt, durchmacht für uns, ganz und gar zu vertrauen, das bringt uns Frieden!
Frieden mit unserer eigenen Lebensgeschichte!
Thomas macht es uns vor: Mein Herr und mein Gott!

22.04.2022

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