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131. Gemeindebrief zum 22.01.2023 - 3. SONNTAG IM JAHRESKREIS

EINFÜHRUNG

Zusammenstehen!

Das fördern die meisten Eltern und es wird auch nicht selten jeden Sonntag gemeinsam mit der Familie so gehalten. Zusammenkommen sehen wir in unserer Zeit sehr oft, fast jedes Wochenende in vielen Orten unter vielen Ideen-Dächern und nicht nur selten auch lautstark und mit Gewalt.

Wenn wir am Sonntag zusammenkommen, um miteinander die hl. Messe zu feiern, erfüllen wir damit nicht nur unsere Sonntagspflicht. Wir bestärken uns gegenseitig im Glauben an das Wirken Gottes in dieser Welt und wir lassen uns darin von Jesus stärken um das Licht des Friedens in der Welt zu tragen.

Pater Jaison Kavalakatt CMI, Pfarrvikar
Tel: 02133 238670
Mail: pater.jaison@dormagen-nord.de

1. LESUNG - JES 8,23B - 9,3

Der Prophet Jesaja spricht in eine Zeit der Mutlosigkeit.
Er erinnert das Volk an seinen Gott, der sein Volk nicht in der Finsternis belässt.

Lesung aus dem Buch Jesaja:

Wie der Herr in früherer Zeit das Land Sebulon und das Land Naftali verachtet hat, so hat er später den Weg am Meer zu Ehren gebracht, das Land jenseits des Jordan, das Gebiet der Nationen. Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.
Du mehrtest die Nation, schenktest ihr große Freude.
Man freute sich vor deinem Angesicht, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter, den Stock seines Antreibers zerbrachst du wie am Tag von Midian.

ANTWORTPSALM - PS 27,1. 4. 13-14

Kv: Eines nur erbitte ich vom Herrn, im Hause des Herrn zu wohnen. - Kv

Der HERR ist mein Licht und mein Heil: * Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: * Vor wem sollte mir bangen? - Kv

Eines habe ich vom HERRN erfragt, dieses erbitte ich: * im Haus des HERRN zu wohnen alle Tage meines Lebens; die Freundlichkeit des HERRN zu schauen * und nachzusinnen in seinem Tempel. - Kv

Ich aber bin gewiss, zu schauen * die Güte des HERRN im Land der Lebenden.
Hoffe auf den HERRN, / sei stark und fest sei dein Herz! * Und hoffe auf den HERRN! - Kv

2. LESUNG - 1 KOR 1,10-13. 17

Eines der zentralen Probleme der Gemeinde im griechischen Korinth ist ihre Zerstrittenheit. Darauf geht Paulus gleich zu Beginn seines Briefes an sie ein und redet ihnen eindringlich zu Herzen.

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth.

Ich ermahne euch aber, Schwestern und Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!
Es wurde mir nämlich, meine Brüder und Schwestern, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Streitigkeiten unter euch gibt.
Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt:
Ich halte zu Paulus -ich zu Apollos -ich zu Kephas -ich zu Christus.
Ist denn Christus zerteilt?
Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt?
Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?
Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird.

RUF VOR DEM EVANGELIUM - MT 4,23B

Halleluja. Halleluja.

Jesus verkündete das Evangelium vom Reich
und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Halleluja.

EVANGELIUM - MT 4,12-23

Jesus und eine namenlose Frau begegnen sich an einem Brunnen in Sychar.
Das liegt nahe bei der Hauptstadt der Samariter, wo man mit dem Judentum die gleiche heilige Schrift hat, aber einen anderen Gottesdienst kennt.
So driftet das Gespräch der beiden bald vom Wasserschöpfen zu den großen Fragen über Gott und die Welt ab.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali.
Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa:
Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.
Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer.
Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her.
Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Gedanken

König Herodes ließ Johannes den Täufer ins Gefängnis werfen:
die "Stimme des Rufers in der Wüste" wurde zum Schweigen gebracht.
Seine Anhänger sind in ihre Dörfer und Städte zurückgekehrt.

Einer der Sympathisanten des Johannes tritt in dessen Fußstapfen und beginnt in Galiläa zu predigen: "Kehrt um!" verkündet er, "Denn das Himmelreich ist nahe.".
Er sammelt einige Leute, die er schon bei Johannes getroffen hatte, und fordert sie auf, ihm zu folgen und "Menschenfischer" zu werden. Mit ihnen zieht Jesus "in ganz Galiläa" umher, lehrt in den Synagogen, verkündet "das Evangelium vom Reich" und heilt im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Er steht in der Tradition des Propheten Jesaja und ist für die Menschen am Rande Israels eine Lichtgestalt. Jesus kommt aus dem Norden der Heimat der ersten radikalen Propheten. Das macht bereits die erste Lesung deutlich, wo wir etwas an Heilsgeographie mitbekommen.

Wir stehen vor vielen Herausforderungen, die ineinander verflochten sind:
eine Pandemie, von der man nicht weiß, ob man sie schon im Griff hat oder ob sie sich weiterentwickelt,
Klimakrise mit extremen Wetterverhältnissen, - minus 40° C in den USA, bei uns Frühling im Winter –
Energiekrise, Verschwendung von Energie, indem man diese für Panzer und andere Kampfgeräte verwendet,
Armut, die schon in den Mittelstand vorrückt.

Man merkt, wie abhängig wir sind.
Da braucht es Hoffnungsträger, Lichtbringer, keine Populisten und religiöse Fundamentalisten, die Angst machen.
Wir brauchen die richtige Religion, die heilt und tröstet, die Angst nimmt und die Menschen leben lässt.

Darauf weist auch der Abschnitt des 1. Korintherbriefs hin.
Paulus sieht mit großer Sorge in der Gemeinde von Korinth die Spannungen, die in Zank und Streit, bis hin zur Feindschaft und zu Hass führen. Wir sind Hoffnungsträger, wenn wir auch für unseren persönlichen Glauben und für unser Leben Bescheid darüber zu geben und „bereit sind, jedem Rede und Antwort zu stehen, der uns danach fragt", warum wir in dieser schwierigen Zeit oder aussichtlosen Lebenssituation noch Hoffnungsträger sein können.
Dann werden wir zu Lichtgestalten in einer Welt voller Dunkelheit.
Glauben und Hoffen hat auch mit Wissen und Erkennen zu tun.

Das spricht auch das Evangelium an. Zurzeit Jesu war Kafarnaum ein großer Ort, Grenzort mit dem Grenzfluss Jordan, zwischen dem Galiläa des Herodes Antipas und den Golanhöhen mit Zollstation und Militärposten. Der Warenverkehr über die Grenzen war zollpflichtig, es gab viel Korruption.
Dort beginnt Jesus zu lehren.
Eine Gedenktafel weist darauf hin: Kafarnaum, Stadt Jesu.
In diesem Ort befindet sich auch das Haus des Petrus, vermutlich zeitweiliger Wohnsitz Jesu.
Im Evangelium werden nochmals die Worte Johannes des Täufers in Erinnerung gerufen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!" Aus Umkehr kann auch Berufung werden, wie das bei Simon Petrus, seinem Bruder Andreas, Jakobus und Johannes der Fall war.
Jesus tritt als Lehrer, Prophet und auch als Lichtgestalt auf, als „Sonne der Gerechtigkeit".

Dieses Licht wird auch in uns in der Taufe mitgegeben.

Beten wir darum, dass dieses Licht des Friedens,
das Feuer des Heiligen Geistes, nie erlöschen möge,
auch wenn es die Stürme des irdischen Lebens versuchen.
Amen.

20.01.2023

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