Fremdsein ist in der Bibel ein zentrales Thema.
Im Ersten Testament wird z. B. in mehreren Büchern die Geschichte von Israel als wanderndem Volk und als Fremde in Ägypten und Babylon beschrieben. Betont wird bei allen Geschichten die Pflicht zur Gastfreundschaft gegenüber Fremden. So wie bei Abraham, der sich fürsorglich um seine drei unerwarteten Gäste kümmert.
Und auch im Neuen Testament gibt es Geschichten von Fremden und Flüchtlingen, die wie Maria, Josef und Jesus selbst in ein fremdes Land fliehen müssen.
Von Jesus kennen wir den Satz:
„Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen. Was ihr einem meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 35 und 40)
Was für ein Auftrag an uns – gerade in diesen Zeiten.
Durch sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung hat Jesus uns den Schlüssel gegeben, unser Herz aufzuschließen und Gottes Liebe mit den Nächsten zu teilen – und damit auch mit den Fremden.
Wir sind aufgerufen, den Fremden mit offenen Armen zu begegnen, uns mit ihnen auseinanderzusetzen, damit wir - auch in der neuen Pastoralen Einheit - eine starke, bunte, aufgeschlossene, aufmerksame und wertschätzende Gemeinde im Sinne Jesu bleiben!
Ein Jahresmotto legt der Seelsorgebereich seit dem Jahr 2020 fest.
In einem kölschen Sprichwort heißt es: „Ab dem zweiten Mal ist es Tradition.“ Es wäre schön, so war die Idee im Jahr 2020, wenn sich der Seelsorgebereich Dormagen-Nord mit einem Jahresmotto auseinandersetzen würde, um sich als Gemeinde weiterzuentwickeln. „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ war das erste Thema und es wurde mit vielfältigen Aktionen in den Gemeinden ganz unterschiedlich umgesetzt. 2022 wurde die Idee erneut aufgegriffen und sich mit dem Thema „Gottes Schöpfung und unsere Verantwortung“ beschäftigt. Im Jahr 2024 war das Motto "Eingeladen zum Fest des Glaubens", 2025 war es "Kommt zu Jesus Christus, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und kostbar geworden ist."

