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KGV Dormagen-Nord
Vor der Autobahnkapelle ist die Purpurbuche zu sehen

Mahnmal zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche

An der Autobahnkapelle St. Raphael an der A57, Raststätte Nievenheim in Fahrtrichtung Neuss macht der Kirchengemeindeverband Dormagen-Nord mit einem Mahnmal auf das Leid der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche aufmerksam.

Das Erzbistum Köln hatte 2025 zu einer Purpurbuchen-Aktion eingeladen – am Gedenktag für Betroffene von sexuellem Missbrauch am 18. November waren Kirchengemeinden dazu aufgerufen, mit dem Pflanzen einer Purpurbuche ein Zeichen für Solidarität und Verantwortung zu setzen. Auch der KGV hat eine Purpurbuche gepflanzt, als Standort ist der Platz vor der Autobahnkapelle gut geeignet. Aber nur den Baum mit einer Gedenktafel zu versehen schien den Beteiligten zu wenig, und so wurde entschieden, ein Mahnmal zu setzen.

An der Umsetzung maßgeblich beteiligt ist auch „UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.“ – der Verein setzt sich für eine Sensibilisierung der Gesellschaft beim Thema Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt in patriarchalen Institutionen ein.

Seit 2022 betreibt der Verein UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.“ die erste kirchenunabhängige Fachberatungsstelle “LEUCHTZEICHEN“ für Betroffene sexualisierter Gewalt in kirchlichen Kontexten.

Die Gestaltung des Mahnmals wurde von Steinmetz Gregor Davertzhoven in Zusammenarbeit mit Claudia Kornacker und Pastor Klaus Koltermann vorgenommen. Gemeinsam mit selbst Betroffenen haben sie eine Wortwolke entwickelt, in der sich Begriffe zum Thema Missbrauch wiederfinden – sie spiegeln die komplexen Gefühle von Betroffenen wider, aber auch Fakten rund um das Thema Aufarbeitung und die Sicht von außen.

Diese Begriffe sind auf dem Mahnmal dargestellt.

Jochen Ringel, Vorstand des Vereins „UMSTEUERN Robin Sisterhood e.V.“ und Angelika Voge, Peer-to-Peer-Beraterin bei LEUCHTZEICHEN, äußern sich wie folgt zu dem Mahnmal:

"An das vielfältige Leid von Betroffenen sexualisierter Gewalt zu erinnern, ist eine bleibende Verpflichtung der katholischen Kirche. Es ist Teil der Aufarbeitung eigener Schuld und eigenen Versagens.
Dass Menschen in den Gemeinden der Region Dormagen-Nord hierfür ein selbst konzipiertes Denkmal schaffen wollen, berührt mich als Betroffenen sehr. Es ist ein wichtiges Zeichen für uns, die lange übersehen wurden und deren Geschichten verdrängt wurden.
Gleichzeitig braucht es weiterhin entschlossenes Engagement: Betroffene müssen weiterhin Unterstützung bei der Aufarbeitung ihrer Erfahrungen und bei der Linderung des erlittenen Leids erhalten. Zugleich gilt es, Strukturen konsequent zu verändern, die solches Leid ermöglicht haben.
Beides sollte unabhängig von der Kirche begleitet werden, etwa durch Organisationen wie den Verein Umsteuern! Robin Sisterhood e.V. mit seiner Beratungsstelle „Leuchtzeichen“. Diese bietet professionelle sowie Peer-to-Peer-Beratung für Betroffene.“
Jochen Ringel, Vorstand UMSTEUERN Robin Sisterhood e.V., Betroffener 

„An das Leid der Betroffenen zu erinnern ist gut. Sichtbarkeit zu setzen ist wichtig. Doch Unterstützung für Betroffene außerhalb der kirchlichen Strukturen zu bieten, wie LEUCHTZEICHEN es macht, ist essenziell um etwas Sicherheit und tatsächliche Unabhängigkeit zu bieten.“
Angelika Voge, Peer-to-Peer-Beraterin bei LEUCHTZEICHEN, Betroffene